Kunst schafft Wärme – Mooswaldallee in Freiburg

„Eine wunderbare Möglichkeit für die Flüchtlinge, zu sich selbst zu finden und Schönes in sich selbst zu entdecken.“ (Frau Dieterle Sozialdienst DRK/Mooswaldallee)

Seit April 2014 bietet stART-international einmal pro Woche im Gruppenraum des Flüchtlings-Containerlagers am Schlangenweg bzw. seit der Umsiedlung in die Mosswaldallee – ebenda – künstlerische Aktivitäten an. Menschen aus Syrien, Mazedonien, Serbien und Russland, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die u.a.auch aus Kriegsgebieten nach Deutschland geflüchtet sind, nehmen daran Teil.

 

Zu Beginn des Projekts zeigten sich die meisten Kinder mit unsicherem Selbstvertrauen und Bindungsverhalten. Herausfordernd war für sie auch die große Interkulturalität. So waren zunächst soziale Prozesse immer wieder von plötzlich auftretenden, rassistischen Äußerungen, diskriminierenden Spannungen und körperlichen Aggressionen zwischen den Kindern geprägt, was zu einer herausfordernden Dynamik im gemeinsamen Miteinander führte.

 

Regelmäßigkeit und Vertrauensgewinnung

In regelmäßigen Nachmittagen, wurde durch künstlerische Einheiten, Naturpädagogik und strukturierende Settings, sowohl die Resilienz, als auch das Bindegefühl und das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt. Eine Gruppe von 10 bis 22 Kinder zwischen 4-13 Jahren aus Sydosteuropa, Syrien und Palästina, an den Projekttagen nahmen teil. Aufgrund der verlässlichen Präsenz von eineinhalb Jahren, entstand ein Beziehungsangebot an die Kinder, das gleichzeitig Vertrauen in ihr Wohnumfeld und den angrenzenden Naturraum stärkte.

Das Entwickeln eines Zugehörigkeitsgefühls in die Gruppe stellt dabei ein zentrales Moment dar. Kinder unterschiedlicher Nationalitäten und Sprachzugehörigkeiten, die aus verschiedenen Wohnbereichen der Flüchtlingsunterkunft vor Ort stammen, lernten sich kennen und schlossen Freundschaften.

 

Kunst zur Stärkung von Resilienz und interkultureller Kompetenz

Durch Malen und Bewegungsspiele, wie z.B. Lauf-Spiele und Seilspringen, können sich die Kinder ausdrücken, es tut ihnen gut, bereitet Freude und stärkt die Resilienz. Seelische und körperliche Verspannungen werden in Bewegung gebracht und die innere Kreativität angeregt.

Insbesondere gemeinsame Gruppen-Mal-Arbeiten auf großflächigen Papierformaten stärkten die interkulturelle Kompetenz enorm. Das Erlebnis ‚Wir schaffen gemeinsam an einem Bild‘ verwandelte immer wiederkehrende, diskriminierende Spannungen zwischen den Kindern in einen sinnvollen Schaffensprozess. Ältere, syrische Kinder halfen jüngeren Roma-Kindern beim Zeichnen und Malen. Wie schön ist es doch für alle, wenn Vielfalt zur Bereicherung wird und wirklich gelebt werden kann.

 

Erlebnispädagogik, Ausdauer und Geschicklichkeit

In der Erlebnispädagogik im Wald, beim Hausbau und beim Spiel am lokalen Bach können die Kinder all ihre Sinne entdecken und entfalten, ebenso verbinden sie sich mit der lokalen Natur. Geschicklichkeit und Ausdauer wird geschult, so wie das Vertrauen in die Natur und in sich selbst gestärkt wird.

Die jungen, durch Flucht und traumatische Erlebnisse geprägten jungen Seelen der Kinder können hier wieder aufatmen, bekommen Raum um zu verarbeiten, was sie erlebt haben und um sich in ihrer neuen Realität, ihre neu entstehenden Kultur zu beheimaten.

 

 

Das Projekt wird  in Zusammenarbeit mit dem DRK Freiburg durchgeführt.
Projektleiter: Christoph Bednarik (c.bednarik@start-international.org/ 0157 73021488)