Lesbos

DIE AKTUELLE LAGE UND GEPLANTE EINSÄTZE

Foto: Wolfgang Schmidt Ammerbuch

Ein Olivenhain erzählt. Ein Artikel über unsere Arbeit in Lesbos in a-tempo

Die allgemeine Lage spitzt sich in Lesbos immer mehr zu. Momentan leben dort 13.000 Menschen. Noch im Dezember 2018 waren es 9000 und ausgelegt ist das Lager Moria nur für etwa 3000 Menschen. Immer mehr Menschen kommen in Lesbos an und es ist abzusehen, dass dies zunehmend sogar noch mehr werden. Die Stimmung ist sehr aufgeheizt und die Gewaltbereitschaft steigt. Auch die lokalen HelferInnen scheinen zunehmend herausgefordert zu sein.

Die Lage spitzt sich also zu  und unsere Arbeit ist mehr gefragt denn je. 

Geplant ist nun gemeinsam mit jungen Männern im Lager einen Spielplatz zu bauen.

Ebenso werden weiterhin Aktivitäten für Kinder und auch für Frauen angeboten, so dass diese einen angemessenen Schutzraum bekommen.

Lokale Organisationen und deren HelferInnen werden in Form von Trainings pädagogisch und therapeutisch unterstützt, ebenso wie auch das Thema Self Care ergriffen werden soll.

Der nächste Einsatz ist für 17.-30. Oktober 2019 geplant.

All dies ist momentan in Planung. Um alle Aktivitäten entsprechend umsetzen zu können, sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

 

AUGUST 2019

Foto: Wolfgang Schmidt Ammerbuch

vom 17.08.-31.08. fand der dritte Einsatz mit einem 4-Köpfigen Team statt. Wir führten sowohl die begonnene Arbeit im großen Camp Moria, als auch im nebenan gelegenen Camp Olive Grove, fort.

Im Camp Moria waren wir in erster Linie in der Sicherheitszone für besonders bedürftige Menschen wie beispielsweise unbegleitete Minderjährige oder schwangere Frauen, tätig. Künstlerisch-pädagogisch und insbesondere Traumatherapeutisch arbeiteten wir direkt mit den Kindern, Jugendliche und Frauen.

 

 

2. EINSATZ: FORTFÜHRUNG UND VERTIEFUNG

Vom 9.-19. April 2019 folgte dann der zweite Einsatz. Dieses Mal 

mit einem dreiköpfigen Team bestehend aus einer Kunsttherapeutin, einem Erzieher und einem Lehrer.

In Kooperation mit anderen internationalen Organisationen, die bereits in Lesbos arbeiten, wird die Arbeit fortgeführt und vertieft. Ein Container, ein Raum, ein Ort unter Olivenbäumen – die verschiedensten Plätze werden zu Child Friendly Spaces für künstlerische Aktivitäten. Jonglieren, Malen, gemeinsames Musizieren, all dies hilft schwierige Lebenserfahrungen, die die Kinder belasten, zum Ausdruck zu bringen und zu verarbeiten.  Um die Schutzfunktion der Familie zu stärken, beziehen wir möglichst auch Mütter und Väter in die Arbeit mit ein. Und wieder ist schnell erlebbar, dass der künstlerische Ansatz die Menschen erreicht, dass es möglich ist wieder ein Leuchten in den Gesichtern zu sehen und dass es den Kindern und ihren Eltern gut tut sich künstlerisch zu betätigen.

 

 

 

1. EINSATZ

Unsere Arbeit in Lesbos begann Weihnachten/Silvester 2018/2019, als ein kleines Team das erste Mal in das Camp Moria reiste, um dort mit geflüchteten Kindern und ihren Familien zu arbeiten.  Hier leben knapp 9000 Menschen, ausgelegt ist es jedoch nur für ca. 3000 Menschen. Das Camp ist umzäunt und abgesichert, die Lebensbedingungen sind katastrophal: Gewalt,  schlechte hygienische Bedingungen und Krankheiten sind an der Tagesordnung, viele Menschen sind stark traumatisiert. Laut BBC gibt es sogar Fälle von 10 jährigen Kindern, die versuchen sich das Leben zu nehmen.  Außerhalb des Hauptlagers befindet sich ein improvisiertes Zeltlager, Olive Grove genannt, hier leben etwa 800 Menschen, die in Moria keinen Platz mehr fanden.

Foto: Wolfgang Schmidt Ammerbuch

Die meisten geflüchteten Menschen stammen aus Afghanistan und aus verschiedenen afrikanischen Ländern und haben einen gefährlichen Weg auf sich genommen, um es bis hierher zu schaffen. Sie bringen Erfahrungen der Flucht und der Folter mit, Angehörige sind gestorben, sie selbst haben überlebt und befinden sich nun in äußerst prekären Lebenssituationen wieder. Hier sind die Menschen nun seit einem halben Jahr, seit einem Jahr, seit zwei oder sogar drei Jahren. Das Lager ist improvisiert und eigentlich nur als kurzfristiges Übergangslager ausgelegt, es ist kalt und teilweise friert es. 

Mit Schnüren und Tüchern begann unser Team einen Mobile Child Friendly Space zu kreieren, einen Ort der Schutz und Sicherheit bietet und der durch künstlerische Aktivitäten belebt wird:

Malen, Singen, Bewegungsspiele, Rhythmus, Puppentheater und Spiel allgemein, all diese Aktivitäten unterstützen auf kindgerechte Weise den Umgang mit Verlust und Trauer und stärken die Resilienz der Kinder. Schnell zieht es die Kinder und teilweise sogar deren Eltern an. Von Tag zu Tag werden sie geschickter und können in den künstlerischen Angeboten den eigenen Zugang  zu ihrer Kreativität immer mehr öffnen.